Wasser allgemein

Hahnenburger was ist los mit Dir?

1995 wurden in der Schweiz 560 Millionen Liter Mineralwasser verkauft. Wasser, das aus der gesunden Tiefe gesprudelt kommt, und in Flaschen abgefüllt wird. Pro Person macht dies zirka 80 Liter pro Jahr. Sind Sie sich bewusst, dass Sie bei einem Literpreis von SFr. 0.60 einen Kubikmeterpreis von SFr. 600.00 bezahlen. Ganz abgesehen von den Transportkosten. Oder dass eine vierköpfige Familie im Jahr für Mineralwasser schnell einmal SFr. 1'000.00 ausgeben kann.

Die Wasserwerke liefern uns das Wasser billiger und zudem ist an unserem hiesigen Hahnenburger nichts auszusetzen. Es ist bestens geeignet, unseren Flüssigkeitsbedarf zu decken. Und trotzdem rümpfen wir die Nase. Woran liegt es dann ? Ist es die Kohlensäure ? Sie dient übrigens dazu Mineralwasser haltbar zu machen, als Konservierungsmittel. Ferner betäubt es die Geschmacksnerven während dem Trinken. Nehmen Sie bitte einmal ein stark mineralhaltiges Mineralwasser und lassen Sie die Kohlensäure entweichen. Sie werden eine salzige Brühe schmecken.

Nehmen Sie absolut sauberes Wasser ohne Mineralien so können Sie es ohne Konservierung über Jahre aufbewahren ohne das es "grün" wird. Zudem gibt es heute Streamer auf dem Markt die ihr Hahnenburger sprudeln lassen. Sollen denn die Mineralien daran schuld haben ? Das kann wohl kaum sein. Lassen Sie sich eine Analyse von Ihrem Hahnenburger geben und vergleichen Sie sie mit der Deklaration auf der Mineralwasserflasche. Sie werden bei einem "schwachen" Mineralwasser zirka die gleichen Werte sehen.

Funktion, Bedeutung und Aufgaben von Mineralien

Mineralien sind für den menschlichen Körper mindestens ebenso lebenswichtig, wie die weitaus bekannteren Vitamine. Die wenigsten Menschen haben jedoch eine Vorstellung davon, was Mineralien und Spurenelemente überhaupt sind, wie viel Mineralien wir täglich brauchen und welche Mengen im Körper vorhanden sein müssen, welche Mineralien für uns positiv, neutral oder sogar schädlich sind, wie viel und welche Mineralien im Trinkwasser vorkommen, woher wir Mineralien hauptsächlich erhalten und in welcher Form wir Mineralien am besten aufnehmen können.

Können wir unseren Mineralbedarf durch Mineralwasser decken?

Wasser enthält Mineralien in Form von sogenannten mineralischen Salzen - auch anorganische Mineralien genannt. Nach neuesten Erkenntnissen nimmt der menschliche Körper diese anorganischen Salze nur dann auf, wenn er seinen Bedarf nicht in organischer Form aus den festen Nahrungsmitteln decken kann.

Feste Nahrungsmittel enthalten hauptsächlich "organische“ Mineralien in Form von Proteinverbindungen (Chelatten) und Zucker. Die Aufnahme dieser organischen Stoffe fällt dem Körper weitaus leichter, als die der anorganischen Salze. Doch selbst wenn wir die im Mineralwasser vorhandenen Mineralien problemlos aufnehmen könnten, so ist die darin enthaltene Menge im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln nur sehr gering - so gering, dass normales Leitungswasser als Mineralstoffquelle nicht ausreicht, den täglichen Bedarf zu decken. Zum Vergleich: Ein Glas Milch enthält mehr Kalzium und Magnesium als 20 Liter Trinkwasser.

Auch Wasser mit hohem Mineralgehalt (z.B. einer Heilquelle) löst das Problem der Mineralstoffzufuhr nicht. Zum einen führen Sie ihrem Körper dadurch Mineralsatze zu, die für ihn problematischer sind, als die Chelatte der organischen Nahrungsmittel. Zum anderen laufen Sie Gefahr, einige Mineralien (z.B. Natrium) in zu hohen Mengen zu sich zu nehmen.

Grosse Mengen an anorganischen Mineralien geben dem Wasser ausserdem einen unangenehmen metallischen, manchmal auch salzigen Geschmack, der Speisen und Getränke negativ beeinflusst. Besonders deutlich wird dies bei Mineral- und Tafelwasser, das über längere Zeit offen gestanden hat:

Wenn die Kohlensäure verflogen ist, schmeckt das Wasser oft schal und unangenehm.


Geben nicht Mineralien dem Trinkwasser überhaupt erst den Geschmack?

Schmeckt Wasser ohne Mineralstoffe nicht fade ?

Viele Menschen glauben, dass gerade der Mineralgehalt den guten Geschmack des Wassers hervorbringt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Wasser erhält seinen guten Geschmack und seine durststillenden Eigenschaften durch die Menge des darin gelösten Sauerstoffs und durch die Abwesenheit grösserer Mengen von Mineralsalzen. Deswegen sehen wir auch eine Bergquelle, deren 'Wasser aus frisch geschmolzenem Schnee (niedriger Mineralgehalt) entstanden ist und die durch ihren lebhaften Weg über Steine und Kiesel mit Sauerstoff durchmischt wurde, als Inbegriff der Frische an.


Die Aufnahme der Mineralien

Bei der Beurteilung wird zwischen Mineralien im Körper - also deren Funktion - und der Aufnahme der Mineralien in den Körper - also der "Transportverpackung" - unterschieden. Erst seit kurzem weiss man, dass die Aufnahme von Mineralstoffen nur wenig damit zu tun hat, wie diese Stoffe im Körper eingesetzt werden und in welcher Form sie dort auftreten.


Ein kleines Beispiel:

Wenn Sie unter Eisenmangel leiden, so hat es keinen Zweck, Eisenspäne zu essen. was Sie brauchen, ist Eisen in einer organischen Verpackung, zu welcher der Körper Zugang hat. z.B. in bestimmten Gemüsesorten.


Dem Körper werden Mineralien in zwei Formen angeboten

- in anorganisch gebundener Form (z.B. im Trinkwasser als Mineralsalze)

- in organisch gebundener Form (in der Nahrung als sogenannte Chelatte)


Im letzten Jahrzehnt wurde festgestellt, dass der Körper organisch gebundene Mineralien (Chelatte) weit besser aufnimmt, als die anorganischen Mineralien (Salze). Er greift sogar nur dann auf anorganische Mineralien zurück, wenn er seinen Bedarf nicht aus den Chelatten der organischen Nahrung decken kann.


Mineralwasser, was hat es nur in sich?

Die Werbung hinterlässt ihre Spuren. Der Urmensch, dies noch vor zirka fünfzig Jahren, hat nur Hahnenwasser, Regenwasser und Oberflächenwasser getrunken. Regen- und Oberflächenwasser sind aus den bekannten Gründen meistens nicht mehr zu empfehlen. Die Werbung suggeriert uns Gesundheit, Energie, kristallklare Bergbäche, Mineralien usw. usw.

Man hat uns so weit gebracht, dass wir sage und schreibe für unser kühles Nass ins Auto sitzen, das Zeug harassenweise im Supermarkt einkaufen um es dann mit dem Auto nach Hause schleppen. Von dort in den Keller um es dann wieder flaschenweise hoch zu holen. Arbeit, Schweiß und Zeit, es gehört nun einmal dazu. Für diejenigen unter uns, die schon einmal in den Vereinigten Staaten waren wird aufgefallen sein, dass wir sogar Schweizer Mineralwasser aus der Romandie über den Ozean schleppen lassen.