Wasser allgemein

Wasser pur - das günstigste Heilmittel

ZÜRICH – 400 Liter Wasser verbrauchen wir pro Person und Tag. Damit kann man aber mehr machen als sich waschen und den Durst löschen.

Mindestens zwei, besser drei Liter Flüssigkeit sollte man täglich zu sich nehmen. Kaffee (Ergänzung: und alkoholische Getränke) gilt nicht als Flüssigkeitslieferant; er trocknet den Organismus aus. Darum gilt: Vor oder nach jeder Tasse Kaffee mindestens gleich viel Wasser trinken.

Getränke gibt es unzählige. Viele davon enthalten künstliche Aromen, Farbstoffe und Zucker, darum auch relativ viel Kalorien. Selbst die zugesetzte, prickelnde Kohlensäure ist für die Gesundheit nicht unbedingt empfehlenswert. Sie verschiebt den Säure-Base-Haushalt Richtung Säure. Durch Fehlernährung und zu wenig Frischkost sind die meisten Menschen aber ohnehin leicht verschlackt. Eine Übersäuerung des Organismus macht uns für Erkältungen anfällig.

Das eigene Säure-Base-Gleichgewicht lässt sich leicht selbst bestimmen: Teststäbchen aus der Drogerie werden in den Morgenurin getaucht. Doch selbst das ausschliessliche Trinken von Kräutertee kann das blose Wasser nicht ersetzen. Denn Wasser hat eine reinigende Funktion, während Tee je nach Inhaltsstoffen immer auch eine bestimmte Wirkung hat.

Die Selbstreinigungskräfte des Körpers kann man mit folgender Gewohnheit anregen: Man trinkt eine halbe Stunde vor dem Frühstück ein bis zwei grosse Gläser möglichst heisses, während fünf Minuten abgekochtes Wasser. Unterstützend wirken verschiedene äusserliche Wasseranwendungen. Kalte Wassergüsse, auf den warmen Körper angewandt, sind gesund. Wenn bereits der Gedanke an die berühmten Kneipp’schen Wassergüsse erschauern lässt, sollte man schleunigst etwas für seine Gesundheit tun. Das war die Meinung des Pfarrers und Wassertherapeuten Sebastian Kneipp. Zuerst aber muss der Körper aufgewärmt werden, bis er nach Kühlung verlangt.

Sir Henri Head entdeckte, dass bestimmte Organe mit bestimmten Hautzonen zusammenhängen. Indem man beispielsweise seine Unterarme in kaltes Wasser taucht, kann man die Herztätigkeit beeinflussen. Mittels Hautreiz kann also auf ein geschwächtes Organ eingewirkt werden. Das läuft folgendermassen ab: Bei der Berührung mit kaltem Wasser schlägt der Körper Alarm. Die Gefässe verengen sich, erweitern sich aber schnell wieder, um durch erhöhte Blutzufuhr Wärme herbeizuschaffen. Dazu verbraucht der Körper natürlich mehr Energie. Stoffwechseltätigkeit, Nerven und Hormondrüsen werden also gleichzeitig stimuliert. Jede Wassertherapie macht sich diese «Gefässgymnastik» zunutze.


So wird man mit Wasser wieder fit

Güsse, Waschungen und Bäder lassen sich mit Hilfe eines Kneipp-Büchleins leicht lernen.

Die Dauerbrause im Gesundheitsinstitut hilft bei Rheuma und vielen anderen chronischen Krankheiten. Zudem beruhigt es die Nerven. Man liegt gemütlich in einer Kabine, in der von oben ständig mit verschiedenem Druck warmes Wasser auf alle Körperpartien herunterrieselt

Die drei Saunagänge mit anschliessenden kalten Waschungen regen den Stoffwechsel an, stimulieren den Kreislauf und damit auch das Immunsystem

Unterwasser-Druckstrahlmassage bei rheumatischen Krankheiten, Hexenschuss, Verspannungen, Nervenlähmungen usw.


Autor: Elke Maria Müller, Journalistin Heilpraktikerin, Winterthur/ZH

Quelle: Zürcher Tageszeitung '20 Minuten' vom 21. Juli 2000